Hanoi: geschäftige Großstadt mit zahlreichen Parkanlagen. Wir durchbrechen unsere Reiseroutine und fassen den Plan von Hanoi bis Saigon zu trampen. Trotz der Skepsis der Einheimischen wagen wir das Abenteuer. Daumen raus strecken, Schild hoch halten, es kann los gehen.Hanoi
In der 7 Millionen Hauptstadt durchstreifen wir die verschlungenen Straßen des Old Quarter, bestaunen den allgegenwärtigen Ho-Chi-Minh-Kult und trinken vietnamesischen Eiskaffee im Park. Auf einem geborgten Roller schwimmen wir durch den unübersichtlichen Stadtverkehr. Intuition vor Regeln. Nachsicht vor Recht. Und irgendwie geht es immer weiter.Genau wie die Bewohner der Metropole fliehen wir vor der großen Hitze in die vielen Grünanlagen. Während wir kühlen eiskalten Kaffee schlürfen (erstaunlicherweise ist der vietnamesische Kaffee nur mit Eiswürfeln genießbar), betätigen sich viele Vietnamesen sportlich:
Tanzen, Badminton, Tai Chi, Joggen,
Inlineskaten, Meditieren, Kraftsport und Aerobic. Das sozialistische Kollektiv scheint durch.
Das berühmte Wasserpuppentheater lassen wir uns nicht entgehen. In den überschwemmten Reisfeldern geboren, zeigt diese Tradition des Geschichtenerzählens die tiefe Verbundenheit der Vietnamesen zum Wasser.
Die Vorbereitungen
Das weitere Equipment: Straßenkarte, großes Pappschild, Edding, Sonnenschirm und viel Sonnencreme. Tramperfahren, nutzen wir die Rollertour um den Startpunkt unseres Abenteuers auszuloten. Kribbeln im Bauch, die Vorfreude steigt, wir sind bereit!
Tag 1
Mit dem Bus Nummer vier geht es eine Stunde stadtauswärts und nach zwei Kilometern Fußmarsch mit vollem Gepäck stehen wir an der Nationalroad One. Rucksäcke abstellen, Schild hoch halten und Daumen raus strecken.
Die Sprachbarriere wird nun zum ersten Mal deutlich. Autos nehmen uns für ungeahnt kurze Strecken mit und setzen uns an ungewollten Stopps ab. Die Sonne sinkt, die Zeit rafft dahin und so entscheiden wir uns im Dorf unseres letzten Stopps über Nacht zu bleiben.
Tag 2
Der gestellte Wecker klingelt nicht: Ups, verschlafen. Verspätet machen wir uns auf den 20 minütigen Fußmarsch aus dem Dorf heraus. Aus Erfahrung laufen wir so lange, bis nur noch wenige Roller auf der Nationalstraße unterwegs sind. Wir heben den Daumen und spannen den Regenschirm auf, der uns bei der Hitze mal wieder gute Dienste leistet.
Ein Lastwagen bringt uns über gewundene Landstraßen an unser Ziel. Nicht aber ohne vorher mehrfach anzuhalten, um vor Bekannten mit uns zu prahlen. Wir machen gute Miene zum guten Spiel.
"Wir möchten keine Transportmittel oder gar Geld geschenkt bekommen.
Wir trampen um viele nette Menschen kennen zu lernen."
Phong Nha
Auf einer geführten Wanderung zu zwei wenig frequentierten Höhleneingängen, geht es tief in den Dschungel. Auf Erkundungstour in der ersten Höhle scheint nach wenigen Hundert Metern kein Licht mehr und totale Finsternis lässt die Menschen verstummen. In die zweite Höhle gelangt man nur schwimmend. Das eiskalte unterirdische Gewässer ist eine Wohltat bei den schweißtreibenden Temperaturen.
Das Wandern war der Zweck des Besuches und so kann weiter gehen.
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